Naumburg a.d. Saale

Der Naumburger Dom St. Peter und Paul

Naumburg an der Saale mit seinen knapp 30.000 Einwohnern ist das Zentrum im Burgenlandkreis.
Die Stadt mit ihren hübsch restaurierten Altbauten hat einige schöne Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Innenhof des Doms

Der Naumburger Dom St. Peter und Paul mit seinen vier Türmen gehört zu den bedeutendsten Denkmälern des Mittelalters. Die lebensgroßen, in Kalkstein gehauenen Figuren der Uta und des Ekkehard (von insgesamt 12 Figuren) im Westchor des Doms sind ein berühmter Teil der eindrucksvollen Baukunst.

Die Wenzelkirche

Auch die Kirche St. Wenzel am Marktplatz bietet, vor allem innen, einen beeindruckenden Anblick.

Die Hildebrandt-Orgel in der St. Wenzel-Kirche

Die barocke Hildebrandt-Orgel, von Johan Sebastian Bach eingeweiht, ist einmalig und wunderschön anzuhören; von Mai bis Oktober finden regelmäßig Orgelkonzerte statt.

Stadtmuseum "Hohe Lilie"

Im Stadtmuseum „Hohe Lilie“ kann der Besucher etwas über die Naumburger Stadtgeschichte erfahren sowie wechselnde Sonderausstellungen betrachten.

Das Rathaus am Marktplatz

Auch das Wohnhaus des Philosophen Friedrich Nietzsche befindet sich in Naumburg und bietet eine Ausstellung, die ihm gewidmet ist.

Das Marientor

Das Marientor ist das einzig noch erhaltene Stadttor und ist mit seinem Doppeltor und dem Innenhof eine ganz besondere Bauart. Heute finden dort und davor besondere, verschiedene Open Air-Veranstaltungen statt.

Alte Ansichtskarte um 1900 vom Naumburger Kirschfest

Das alljährlich stattfindende Kirschfest hat eine sehr lange Tradition und einen historischen Hintergrund. Bei der Belagerung Naumburgs im Jahre 1432 durch die Hussiten wusste die geplagte und dem sicheren Tod ins Auge blickende Bevölkerung sich keinen anderen Rat mehr, um seinen Peinigern zu entkommen und schickte einen Lehrer mit seinen Schulkindern, die in weiße Sterbehemden gekleidet waren, zu dem Hussiten-Feldherrn Prokop, um ihn um Gnade zu bitten. Und siehe da, der strenge Herr ließ sich erweichen, es wurde ein Fest gefeiert und die Kinder wurden reichlich bewirtet, vor allem mit Kirschen. Kurz darauf zogen die Krieger davon und seitdem wurde alljährlich diesem Ereignis und den Kindern gedacht und so entwickelte sich das Kirschfest.

Das Kirschfest-Lied

1. Die Hussiten zogen vor Naumburg
über Jena her und Camburg;
auf der ganzen Vogelwies'
sah man nichts als Schwert und Spieß,
an die Hunderttausend.

2. Als sie nun vor Naumburg lagen
kam darein ein großes Klagen;
Hunger quälte, Durst tat weh,
und ein einzig Lot Kaffee
kam auf sechzehn Pfenn'ge.

3. Als die Not nun stieg zum Gipfel,
fasst' die Hoffnung man beim Zipfel;
und ein Lehrer von der Schul'
sann auf Rettung und verful;
endlich auf die Kinder.

4. "Kinder", sprach er, "ihr seid Kinder,
hoffnungsvoll und keine Sünder;
ich führ' euch zum Prokop hin,
der wird nicht so grausam sin,
euch zu massakrieren."

5. Dem Prokopen tät es scheinen,
Kirschen schenkte er den Kleinen;
zog darauf sein langes Schwert,
kommandierte:
"Rechtsum kehrt!
Hinterwärts von Naumburg!"

6. Und zu Ehren des Mirakel
ist alljährlich ein Spektakel:
Kennt ihr nicht das Kirschenfest,
wo man's Geld in Zelten lässt,
Freiheit und Viktoria!